Staatsministerin Diana Stolz eröffnet drei hochmoderne Herzkatheterlabore
Mit einem offiziellen Festakt hat das Klinikum Fulda seine drei neuen Herzkatheterlabore feierlich eingeweiht. Damit findet ein großangelegtes Modernisierungsprojekt seinen erfolgreichen Abschluss, das mit einer Gesamtinvestition von rund 5,5 Millionen Euro die überregionale Bedeutung des Hauses als Zentrum der kardiologischen Maximalversorgung nachhaltig festigt. Im Beisein von Hessens Staatsministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Diana Stolz, Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie dem Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt und zahlreichen Gästen wurde der hochmoderne, großzügig dimensionierte Bereich offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Optimierte Logistik für die Notfallversorgung im ländlichen Raum
Das Großprojekt im Herz-Thorax-Zentrum Fulda schafft eine modernste Medizintechnik und hocheffiziente Infrastruktur für die Behandlung von Patienten durch das Herzteam der Kardiologie und Herzchirurgie. Dank der engen Anbindung an die Zentrale Notaufnahme und die Intensivstation können Herzinfarkte noch schneller behandelt werden – rund um die Uhr.
Zudem wurde die Kapazität der Herzkatheterlabore erweitert, großzügiger gestaltet und mit dem bestehenden Hybridlabor zusammengeführt. Das stärkt die kardiologische Versorgung nachhaltig: Neben der koronaren Herzkrankheit können nun insbesondere Herzrhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen optimal katheterbasiert behandelt werden.
Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz hob in ihrer Festrede die strukturelle Bedeutung des Projekts für das Bundesland hervor: „Mit den neuen Herzkatheter-Laboren baut das Klinikum Fulda die spezialisierte Herzmedizin konsequent aus und unterstreicht damit seine Bedeutung als leistungsstarker Maximalversorger. Es entstehen Strukturen, die rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, leistungsfähig sind. Genau diese Verlässlichkeit ist entscheidend für Herzpatienten, insbesondere in Notfällen. Spezialisierung und Versorgung für die Fläche gehen hier Hand in Hand. Das Land unterstützt solche Strukturen aus voller Überzeugung, denn sie schaffen Sicherheit und Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitswesens weit über die Region hinaus.“
Ein verlässlicher Anker für die Region
Auch für die Region selbst bedeutet die Eröffnung einen immensen Entwicklungsschritt. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld unterstrich die Bedeutung für die Stadt und die angrenzenden Regionen. „Das Klinikum Fulda beweist mit der Fertigstellung dieses hochmodernen Komplexes einmal mehr seine Rolle als verlässlicher Anker der Gesundheitsversorgung weit über unsere Stadtgrenzen hinaus. Diese 5,5 Millionen Euro sind eine gezielte Investition in die Lebensqualität und die Attraktivität unserer Region. Wir stärken damit nachhaltig den Medizinstandort Fulda und garantieren den Menschen eine medizinische Versorgung auf absolutem Top-Niveau“, erklärte der Oberbürgermeister.
Strategische Verzahnung von Innovation und Infrastruktur
Für den Vorstand des Klinikums Fulda ist die Inbetriebnahme ein klares Bekenntnis zur Spitzenmedizin. „Die Aufteilung der Investition in zwei Millionen Euro für High-End-Medizintechnik und 3,5 Millionen Euro in die bauliche Infrastruktur folgt unserem strategischen Ansatz, Innovation und Logistik optimal zu verzahnen. Damit entwickeln wir nicht nur die Versorgungsqualität kontinuierlich weiter, sondern schaffen auch die Voraussetzungen für die sichere Durchführung von Herzkatheteruntersuchungen, die immer häufiger ambulant durchgeführt werden“, erläuterte Priv.-Doz. Dr. Menzel, Sprecher des Vorstands. „Wir sind dankbar für die Unterstützung durch die Landesregierung, die wir aus den pauschalen Fördermitteln für dieses Projekt eingesetzt haben,“ ergänzte Michael Wilhelm, Vorstand Administration.
Präzisionsmedizin mit künstlicher Intelligenz und Bildgebung für komplexe Eingriffe
Herzstück der neuen Anlage sind drei digitale Angiographie-Systeme, die durch integrierte Druckdrahtmessung sowie modernste intravaskuläre Bildgebungsverfahren – darunter die in die Röntgenanlage integrierte Optische Kohärenztomographie (OCT), welche eine exakte Diagnostik und Therapiesteuerung auf universitärem Niveau ermöglichen. Prof. Dr. Volker Schächinger, Direktor der Medizinischen Klinik I (Kardiologie) des Herz-Thorax-Zentrums, blickt mit Begeisterung auf die neuen klinischen Möglichkeiten: „Diese integrierten Technologien erlauben uns eine bisher nicht vorstellbare Präzisionsmedizin für unsere Patienten. Durch die Kombination von künstlicher Intelligenz und hochauflösender Bildgebung können wir die Morphologie und funktionelle Bedeutung von Engstellen exakt analysieren sowie Stentimplantationen wesentlich präziser und vorhersagbarer planen“, so der Chefarzt.
Als Zentrum für komplexe koronare Eingriffe und Risikopatienten stehen der Klinik fortgeschrittene Techniken der Herzkranzgefäßerweiterungen (z.B. Rotablation) zur Verfügung sowie alle modernen Verfahren von Herzunterstützungssystemen, die über einen Katheter eingeführt werden. Diese helfen Patienten nach Wiederbelebung oder schwerer Herzschwäche die kritische Phase des Herzversagens zu überstehen.
Hochgenaue 3D-Navigation bei Herzrhythmusstörungen
Neben der Behandlung von Herzkranzgefäßen bildet die Therapie komplexer Herzrhythmusstörungen einen weiteren zentralen Schwerpunkt des neuen Komplexes. Die dort neu installierte elektrophysiologische Einheit fungiert wie ein digitales Navigationssystem im Herzen. Dr. Joachim Krug, leitender Arzt der Abteilung für Elektrophysiologie, betont die enorme Bedeutung dieser Technik für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern oder Herzrhythmusstörungen aus den Herzkammern: Die neue Anlage ermöglicht eine sehr genaue 3D-Rekonstruktion der elektrischen Erregungsausbreitung im Herzen, um die Ursprungsorte von Rhythmusstörungen noch exakter lokalisieren zu können. Zur Katheterbehandlung mittels Verödung (Ablation) steht dem Team der Elektrophysiologie nun mit der sog. „Pulsed Field Ablation“ ein neues, das umliegende Gewebe besonders schonendes, hochpräzises und effektives Verfahren zur Verfügung.
Fortschritte bei der Katheter-basierten Behandlung von Herzklappenerkrankungen
Erhebliche Synergien ergeben sich durch den Neubau der Katheterlabore auch durch die Integration des bestehenden Hybridlabors, in welchem Eingriff an den Herzklappen durchgeführt werden, in die Gesamtfläche des Labors mit nun insgesamt 1.300 m². „Neben der Implantation von Klappenstents in verengte Aortenklappen durch die Leiste (TAVI) liegt hier der Fokus auf der Katheter-basierten Behandlung von undichten Mitral- und Trikuspidalklappen mit Clips oder Klappenstents“, beschreibt Schächinger die medizinische Entwicklung am Herz-Thorax-Zentrum. In der neuen Struktur optimierter Abläufe und verbesserter Integration von Bildgebungsverfahren bestehen für das Herzteam nun beste Voraussetzungen für die geplante Anwendung neuer innovativer Klappenersatz-Verfahren.
Mit dem erfolgreichen Abschluss aller technischen Abnahmen deckt das kardiologische Zentrum nun das gesamte Spektrum von der interventionellen Kardiologie über strukturelle Herzerkrankungen bis hin zur komplexen Elektrophysiologie lückenlos ab. Damit unterstreicht das Herz-Thorax-Zentrum im Klinikum Fulda seine Rolle als verlässlicher Partner für Patienten und einweisende Ärzte in der gesamten Region.