Seelische Unterstützungsangebote
Schwangerschaft und Geburt können neben großer Freude auch herausfordernde Situationen mit sich bringen. Unser Team unterstützt Sie mit professioneller Beratung, Begleitung und einem offenen Ohr für Ihre Anliegen in belastenden Momenten oder Phasen mit Traurigkeit, Erschöpfung oder Selbstzweifel.
Betreuung in der Schwangerschaft
Bereits vor der Geburt können längere Klinikaufenthalte oder belastende Situationen viele Fragen, Sorgen und Unsicherheiten mit sich bringen.
Unsere psychosoziale Begleitung steht Ihnen während dieser Zeit als konstante Ansprechstelle zur Seite – unabhängig von Ihrer individuellen Situation. Ziel ist es, Ihren Aufenthalt so stabil, verständlich und entlastend wie möglich zu gestalten. Bei Bedarf begleiten wir Sie frühzeitig, klären Ängste und unterstützen Sie dabei, emotionale Belastungen einzuordnen. Gemeinsam erarbeiten wir individuelle Bedürfnisse im Hinblick auf die Geburt und vermitteln – wenn nötig – weitere spezialisierte Ansprechpartner.
Auf Wunsch besteht zudem die Möglichkeit, Einblicke in Abläufe der Neonatologie zu erhalten oder die Früh- und Neugeborenenstation kennenzulernen, um Unsicherheiten abzubauen und Vertrauen zu stärken.
Betreuung nach der Schwangerschaft
Nach der Geburt ist es unser Ziel, Sie und Ihr Kind möglichst schnell zusammenzuführen. Die Förderung der Eltern-Kind-Bindung steht dabei im Mittelpunkt. Wissenschaftlich ist belegt, dass eine enge elterliche Bezugsperson wesentlich zur Entwicklung und Stabilisierung des Kindes beiträgt. Wir unterstützen Sie in Ihrer neuen Rolle als Eltern, stärken Ihre Kompetenzen und begleiten Sie fachlich bei der Versorgung Ihres Kindes. Still- und Laktationsberaterinnen stehen Ihnen dabei ebenso zur Seite wie unser psychosoziales Team. Das gilt natürlich auch, wenn Ihr Kind auf unserer Früh- und Neugeborenenstation liegt.
Von Baby-Blues bis Depression: Mutter-Kind-Angebote
In der Schwangerschaft oder nach der Geburt entwickeln einige Mütter ein Stimmungstief. Statt Glück und Stolz erleben Sie Traurigkeit, Selbstzweifel, Stimmungsschwankungen und Schuldgefühle. Dauert die trübe Stimmung lange an oder tritt wiederholt auf, könnte eine postpartale Depression vorliegen. Aber auch andere psychische Erkrankungen treten in der Schwangerschaft oder nach der Geburt häufiger auf als allgemein bekannt ist. Diese können sich durch die Anforderungen der Mutterschaft stärker bemerkbar machen und sich ungünstig auf die Mutter-Kind-Beziehung und die Entwicklung des Kindes auswirken.
Häufig treten dabei folgende Symptome auf:
- Sie fühlen sich erschöpft und antriebslos.
- Sie fühlen sich im Umgang mit ihrem Kind bzw. ihren Kindern überfordert.
- Sie haben Angst, eine schlechte Mutter zu sein.
- Sie haben das Gefühl, ihr Kind nicht mehr zu verstehen, keinen Zugang zu ihrem Kind zu haben.
- Sie leiden unter Ängsten, Depressionen oder Schmerzstörungen.
- Sie plagen Schuld- und Schamgefühle.
- Sie kommen kaum zur Ruhe, sind leicht reizbar und häufig müde.
Sollt dies auf Sie zutreffen, können Sie die Pflegekräfte auf der Station gerne ansprechen oder einen Termin für die Mutter-Kind-Sprechstunde in unserem MVZ Osthessen (Fachbereich Psychosomatik) verein-baren – dies ist auch nach Ihrem stationären Aufenthalt möglich. In diesem Rahmen wird mit Ihnen ein ausführliches Gespräch geführt, um die Symptome diagnostisch einordnen zu können und gemeinsam zu überlegen, welche Unterstützung Ihnen und Ihrem Baby guttun würde. Je nach Bedarf gibt es ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlungsangebote. Darüber hinaus bieten wir im Mutter-Kind-Setting der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie eine teilstationäre Therapiemaßnahme an, die in der Regel acht Wochen dauert.
Kontakt:
MVZ Osthessen GmbH
Fachbereich Psychosomatik
Telefon: (0661) 84-3371
E-Mail: psychosomatik@mvz-osthessen.de
Bunter Kreis: Sicherer Übergang auf dem Weg nach Hause
Eine zu frühe Geburt, eine Erkrankung oder andere schwierige Startbedingungen stellen Eltern und Angehörige oft vor große Herausforderungen. Etwa 40.000 Familien in Deutschland sind davon jährlich betroffen. Um Ihnen nach einem stationären Aufenthalt den Übergang von der Klinik nach Hause zu erleichtern, bieten wir Ihnen unsere Unterstützung an. Mit einer Sozialmedizinischen Nachsorge nach dem Modell „Bunter Kreis“ beraten und begleiten wir Sie nach der Entlassung aus der Klinik. Derzeit unterstützen wir vor allem Familien mit Frühgeborenen (<32 SSW) und Kinder mit schweren Grunderkrankungen im Säuglingsalter. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.